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Brückenbauer im Kalten Krieg

Die Biografie des Chemikers und Wissenschaftsorganisators Hans Heinrich Franck
ISBN:
978-3-360-02828-0
Verlag:
Eulenspiegel Verlagsgruppe Buchverlage
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
22.09.2026
Autoren:
Bearbeiter:
Reihe:
edition ost
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
192
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Hans Heinrich Franck war vieles zugleich: herausragender Chemiker, Hochschullehrer, Wissenschaftsorganisator – und ein Mann, der sich weigerte, sein Gewissen den jeweiligen Machtverhältnissen zu opfern. Als Sohn des Malers Philipp Franck, Mitbegründer der Berliner Secession, wuchs er in einem kunstsinnigen Milieu auf. Früh verband er wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung: leitete Forschungslabore großer Chemiekonzerne und prägte als Professor für Technische Chemie Generationen von Studierenden. Als Sozialdemokrat und später überzeugter Sozialist geriet er immer wieder zwischen die Fronten der politischen Systeme. 1937 verlor er wegen »jüdischer Versippung« seine Professur und seine Ämter. Es folgten Jahre existenzieller Bedrohung. Nach 1945 gehörte Franck zu den zentralen Gestaltern des wissenschaftlichen Neuanfangs in Berlin. Er half beim Wiederaufbau der Hochschulen, war Mitbegründer der Technischen Universität Berlin, führte dort das »Humanistische Studium« ein und kämpfte für eine Wissenschaft, die aus den Katastrophen des 20. Jahrhunderts gelernt hatte. Er entschied sich bewusst für den sozialistischen Weg und für ein Engagement in Ost-Berlin, was ihn seine Stellung in West-Berlin kostete. Als Gründer und Präsident der Kammer der Technik, Akademiemitglied, Mitbegründer des Kulturbundes, Professor an der Humboldt-Universität und Abgeordneter der Volkskammer versuchte Franck beharrlich, Brücken zwischen Ost und West zu schlagen. Sein Haus in Pankow wurde zu einem Treffpunkt kritischer Geister aus Wissenschaft, Kunst und Kirche. – Diese Biografie erzählt vom Mut zur Konsequenz, von wissenschaftlicher Verantwortung und politischer Loyalität. Franck erscheint darin als unbequemer Humanist und unterschätzter Brückenbauer in einer zerrissenen Zeit, als Schlüsselfigur der deutschen Wissenschafts- und Kulturgeschichte.