Das neue Finanzkapital
ISBN:
978-3-16-164905-9
Verlag:
Mohr Siebeck
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
30.10.2026
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
346
Hat die Europäische Zentralbank Geldpolitik oder Euro-Rettungspolitik betrieben? Hat sie zumindest versucht, ihrem vorrangigen Auftrag zur Gewährleistung von Preisstabilität nachzukommen? Oder hat sie ihre Macht für eine Kollateralpolitik missbraucht, um Banken mit Liquidität zu versorgen und überschuldete Staaten mit der Druckerpresse zu retten, obwohl ihr genau das durch Artikel 123 (Verbot der Staatsfinanzierung) und 125 AEUV (Verbot des Bail-out) verboten ist? Diente die EZB als Bail-out-Maschine, indem sie staatliche Schuldtitel erwarb, die ihr über den Umweg der Geschäftsbanken angeboten wurden? Hat sie die Zinsen der angeschlagenen und aus der Sicht der Kapitalmärkte nicht mehr kreditwürdigen Länder künstlich gesenkt und sie damit angeregt, sich noch mehr zu verschulden und die fiskalischen Schuldengrenzen noch mehr zu verletzten? Das sind die zentralen Fragen dieses Buches, das darauf rechtlich und auch ökonomisch relevante Antworten gibt. Markus C. Kerber geht über diesen Themenkreis hinaus und beschäftigt sich auch mit der weitgehend unkontrollierten EU-Herrschaftsinfrastruktur, die durch die Schaffung der diversen Euro-Rettungsfonds entstanden ist: das neue Finanzkapital. Er zeigt, dass hierdurch die nationalstaatliche Haftung für Schulden vergemeinschaft und so die Marktkräfte unterdrückt werden. Dies beseitigt die Risikoprämie im Zins, die in der Marktwirtschaft die wichtige Steuerungsfunktion ausübt, um das Kapital von übermäßig riskanten Aktivitäten fernzuhalten und es effizient auf rivalisierende Länder und Branchen aufzuteilen.
Biografische Anmerkung
Markus C. Kerber (Von (Autor))
Geboren 1956; 1982 Regierungsrat im Dienst des Bundeskartellamtes; 1984-85 Studium an der Ecole Nationale d'Administration (ENA) in Paris; 1987 Promotion; 1986-90 Leiter des Deutschlandgeschäfts (Corporate Finance) der Banque Indosuez; 1990-91 Head of Equity Arbitrage bei Bankers Trust, London. 2001 Habilitation (TU Berlin); 2005-2021/22 apl. Professor für Wirtschaftspolitik und öffentliche Finanzwirtschaft an der TU Berlin; Gastprofessor an der SGH Warschau, Université Paris I (Sorbonne) und Paris II (Assas) sowie I.E.P.(Paris) und H.E.C.
Geboren 1956; 1982 Regierungsrat im Dienst des Bundeskartellamtes; 1984-85 Studium an der Ecole Nationale d'Administration (ENA) in Paris; 1987 Promotion; 1986-90 Leiter des Deutschlandgeschäfts (Corporate Finance) der Banque Indosuez; 1990-91 Head of Equity Arbitrage bei Bankers Trust, London. 2001 Habilitation (TU Berlin); 2005-2021/22 apl. Professor für Wirtschaftspolitik und öffentliche Finanzwirtschaft an der TU Berlin; Gastprofessor an der SGH Warschau, Université Paris I (Sorbonne) und Paris II (Assas) sowie I.E.P.(Paris) und H.E.C.