Der Einfluss kognitiver Verzerrungen im Investitionsprozess
Investitionsentscheidungen zählen zu den zentralen Steuerungsinstrumenten von Unternehmen und sind zugleich anfällig für kognitive Verzerrungen. Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch, wie kognitive Verzerrungen den Investitionsprozess beeinflussen und welche Rolle individuelle Persönlichkeitsmerkmale und Entscheidungsstile dabei spielen.
In einer empirischen Studie identifiziert die Autorin unterschiedliche Entscheidungstypen auf Basis einer hierarchischen Clusteranalyse und zeigt, dass Verzerrungsmuster nicht zufällig auftreten, sondern strukturierte Zusammenhänge mit Persönlichkeitsprofilen aufweisen. Dadurch wird ein differenziertes Verständnis verhaltensbedingter Risiken im Investitionscontrolling ermöglicht. Aus diesen Erkenntnissen wird ein Stufenmodell zur praktischen Anwendung von Debiasing-Strategien entwickelt.
Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Behavioral-Controlling-Forschung und entwickelt praxisorientierte Ansätze zur gezielten Reduktion kognitiver Verzerrungen im Investitionsprozess.
Nora Schröder ist Wissenschaftlerin am Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Controlling an der Technischen Universität Dortmund. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf kognitiven Verzerrungen und Debiasing-Strategien im Investitionsprozess.