Der Kapitalisierungszinssatz in der objektivierten Unternehmensbewertung
ISBN:
978-3-339-14986-2
Auflage:
Aufl.
Verlag:
Kovac, Dr. Verlag
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
01.07.2026
Reihe:
Schriftenreihe Innovative Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
326
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Die objektivierte Unternehmensbewertung spielt bei gesellschaftsrechtlichen Strukturmaßnahmen eine zentrale Rolle. Dies gilt insbesondere für die Bestimmung des Kapitalisierungszinssatzes. Er ist maßgeblich dafür, dass Minderheitsaktionäre etwa bei Verschmelzungen, Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen oder Squeeze-out-Verfahren angemessen entschädigt werden. Hier setzt die Dissertation an. Sie untersucht die Ermessensspielräume bei der Bestimmung des Kapitalisierungszinssatzes und zeigt, wie deren Auslegung in der Bewertungspraxis zu Intransparenzen, Inkonsistenzen und Verzerrungen führen kann. Zugleich entwickelt sie Ansätze für mehr Transparenz und Standardisierung.
Die Arbeit verbindet juristische und betriebswirtschaftliche Perspektiven. Sie arbeitet die Ermessensspielräume bei der Bestimmung der drei CAPM-Parameter Basiszinssatz, Marktrisikoprämie und Betafaktor anhand der Vorgaben des IDW und der Rechtsprechung systematisch auf. Auf dieser Grundlage wird anhand einer Vielzahl von Bewertungsgutachten untersucht, wie die Spielräume in der Praxis tatsächlich genutzt werden. Im Fokus stehen dabei die Entscheidungen bei der Bestimmung des Betafaktors, insbesondere die Wahl des Referenzindex, des Beobachtungszeitraums und Renditeintervalls, die Beurteilung der statistischen Aussagekraft und der Aktienliquidität sowie die Zusammenstellung von Peer-Groups.
Besondere Bedeutung kommt der Beurteilung der Aktienliquidität zu. Von ihr hängt ab, ob ein originärer Betafaktor als belastbar gilt oder durch einen Peer-Group-Betafaktor ersetzt wird. Gerade dieser Bewertungsschritt erweist sich als besonders folgenschwer. Zugleich fehlt es bislang an einheitlichen Maßstäben für die Beurteilung in der Bewertungspraxis. Die Dissertation untersucht, nach welchen Kriterien originäre Betafaktoren als ungeeignet verworfen werden und entwickelt auf Basis zweier empirischer Kapitalmarktstudien praxistaugliche Ansätze zur Beurteilung der Aktienliquidität sowie zur Herleitung geeigneter Schwellenwerte.