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Der überforderte Staat

Die wohlfahrtsstaatliche Krise der Spätmoderne als Verfassungsproblem
ISBN:
978-3-16-200553-3
Verlag:
Mohr Siebeck
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
12.08.2026
Autoren:
Reihe:
Jus Publicum
Format:
Hardcover
Seitenanzahl:
990
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Zwischen dem umfassenden Regelungsanspruch des spätmodernen Wohlfahrtsstaates und seiner sinkenden Problemlösungsfähigkeit entsteht eine verfassungsrechtlich relevante Überforderung. Der Staat verfügt über wachsende Mittel, überschreitet jedoch dauerhaft seine Leistungsgrenzen und gibt Versprechen ab, die er nicht einlösen kann. Dieses Rationalitätsdefizit zeigt sich in exzessiver Besteuerung, übermäßiger Staatsverschuldung und einer fiskalpolitischen Überformung der Geldpolitik, während selbst Kernbereiche der Daseinsvorsorge vernachlässigt werden. Die daraus resultierende Dysfunktionalität wird zur Verfassungsfrage, wenn sie systemisch verfestigt ist und die freiheitsrechtliche Legitimation staatlicher Mittelbeschaffung untergräbt. Was als notwendiger Freiheitsausgleich gedacht ist, entwickelt sich zu einer kumulativen Überlastung der Bürger. Fiskalregeln allein greifen zu kurz; erforderlich ist eine Stärkung politischer Diskursfähigkeit und Verantwortlichkeit. Dazu zählen eine engere Rückbindung der Repräsentanten an die Repräsentierten, institutionelle Kontrolle haushaltspolitischer Entscheidungen und eine stärkere Rolle unabhängiger Expertengremien.
Biografische Anmerkung
Geboren 1975; Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg; 2004 Promotion (Hamburg); 2005 LL.M. (Harvard Law School); 2026 Habilitation (Hamburg); Rechtsanwalt, Attorney-at-law (New York) und Privatdozent an der Universität Hamburg.