Die Ersatzfreiheitsstrafe
ISBN:
978-3-428-19753-8
Verlag:
Duncker & Humblot
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
16.09.2026
Reihe:
Schriften zum Strafrecht
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
259
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Jedes Jahr verbüßen in Deutschland tausende Menschen eine Ersatzfreiheitsstrafe, weil sie Geldstrafen nicht bezahlen können – häufig wegen Bagatelldelikten wie Schwarzfahren. Betroffen sind vor allem sozial benachteiligte Personen ohne gesichertes Einkommen, festen Wohnsitz oder ausreichende Unterstützung. Die Arbeit untersucht die Ersatzfreiheitsstrafe als strafrechtliches Instrument, ihre sozialen und rechtlichen Probleme sowie die Frage, ob sie mit den Zielen moderner Strafrechtspolitik vereinbar ist. Zwar wurde die Ersatzfreiheitsstrafe im Jahr 2024 reformiert, indem der Umrechnungsmaßstab von einem Tag Haft pro Tagessatz auf zwei Tagessätze halbiert wurde; das Kernproblem der Inhaftierung unverschuldet zahlungsunfähiger Menschen bleibt jedoch bestehen. Im Mittelpunkt steht die Kritik, dass Menschen inhaftiert werden, obwohl das Gericht ursprünglich bewusst keine Freiheitsstrafe verhängt hat. Zugleich zeigt die Untersuchung Reformmöglichkeiten auf: die Entkriminalisierung einfacher Beförderungserschleichung sowie eine stärkere Differenzierung zwischen zahlungsunfähigen und zahlungsunwilligen Verurteilten nach schwedischem Vorbild. Die Arbeit entwickelt damit konkrete Ansätze für ein gerechteres und zugleich effektiveres Sanktionenrecht.
Biografische Anmerkung
Magali Bon studied law at Ludwig Maximilian University in Munich. Following her legal training at the Munich Higher Regional Court, she passed the Second State Examination in Law in 2018. She has been practising as a solicitor ever since. At the same time, she completed her PhD at Friedrich-Alexander University in Erlangen.