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Die Öffentlichkeit der Wahl

Elektorale Integrität und demokratische Integration
ISBN:
978-3-16-200804-6
Verlag:
Mohr Siebeck
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
30.11.2026
Autoren:
Reihe:
Beiträge zum Organisationsverfassungsrecht
Format:
Hardcover
Seitenanzahl:
310
Ladenpreis
112,10 EUR (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
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Öffentliche Wahlen sind Urnenwahlen. Nicht nur Internetwahlen, sondern auch ein steigender Briefwahlanteil oder Defizite der Wahlorganisation fordern den „ungeschriebenen" Grundsatz der Öffentlichkeit der Wahl, bekannt aus der sog. Wahlcomputer-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, und das „Leitbild der Urnenwahl" heraus. Entlang der Funktionen Integritätsschutz und demokratische Integration schafft Johanna Mittrop einerseits Klarheit über den dogmatischen Gehalt des Öffentlichkeitsgebots und entwickelt andererseits die Theorie des Wahlverfahrensrechts fort.
Sie hebt die Schlüsselstellung des Öffentlichkeitsgrundsatzes für den Schutz der Integrität der Wahl hervor, konkretisiert das Konzept der elektoralen Integrität, präzisiert dessen dogmatische Bedeutung für Wahldurchführung und Wahlprüfung und unterzieht dabei insbesondere den Topos der Vertrauenswürdigkeit der Wahl einer kritischen Analyse. Zugleich arbeitet sie heraus, dass dem öffentlichen Wählen auch eine demokratische Integrationsfunktion zukommt. Johanna Mittrop entwickelt dabei einen eigenständigen verfassungsrechtlichen Integrationsbegriff, der sich sowohl von der Integrationslehre Rudolf Smends als auch von national-essentialisierenden Homogenitätskonzepten abgrenzt. Zur Plausibilisierung dieser Integrationsfunktion entwirft die Autorin unter Rückgriff auf kulturwissenschaftliche Forschung eine Ästhetik der Wahl. Demokratische Integration wird als ein durch die Urnenwahl als besonderer Vergegenwärtigungs- und Vermittlungsmodus angestoßener Vorgang der Selbstvergewisserung beschrieben, der auf die Akzeptanz der Wahl und der repräsentativen Demokratie zielt.
Indem die Studie dogmatische und theoretische Erkenntnisse mit aktueller Wahlpraxis und rechtspolitischen Debatten verknüpft, liefert sie eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die gesetzgeberische Entscheidung über das künftige Wahlsystem. Ihr methodischer Ansatz ermöglicht darüber hinaus die Anbindung an interdisziplinäre Diskurse.

Biografische Anmerkung
Johanna Mittrop (Von (Autor))
Geboren 1997; 2020 Erste Juristische Prüfung; 2020 Master 1 Droit public (Paris II); 2021 LL.M. Transnational Law (King's College London); 2026 Promotion (Leipzig); Rechtsreferendariat am Kammergericht Berlin und Akademische Mitarbeiterin am Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Öffentliches Recht (Abteilung 6) der Universität Freiburg i.Br.