Die Strafbarkeit des untauglichen Versuchs: Ein strafbegründender Irrtum?
ISBN:
978-3-428-19825-2
Verlag:
Duncker & Humblot
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
17.06.2026
Reihe:
Schriften zum Strafrecht
Format:
Hardcover
Seitenanzahl:
353
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Die Strafbarkeit des sog. untauglichen Versuchs ist heute weitgehend konsentiert. Strafbegründend soll in subjektiver Hinsicht die irrige Vorstellung des Akteurs von der objektiven Tauglichkeit der Tat sein. Damit gründet sie scheinbar auf einem Tatbestandsirrtum. Nach geltendem Gesetzesrecht (§ 16 Abs. 1 S. 1 StGB) führt ein Tatbestandsirrtum jedoch nicht zur Vorsatz- und Strafbarkeitsbegründung, sondern umgekehrt zur Vorsatz- und Strafbarkeitsverneinung. Der gesetzesverkehrend gehandhabte Tatbestandsirrtum im Falle eines untauglichen Versuchs vermag dessen behauptete Strafbarkeit also gerade nicht zu begründen. Die rechtsirrige Behauptung der Strafbarkeit des untauglichen Versuchs erweist sich daher als gesetzeswidrig. Anhand eines dogmengeschichtlichen Durchgangs lässt sich vielmehr zeigen, dass es sich bei der gegenwärtig konsentierten Strafbarkeitsbehauptung um nichts anderes als eine Irrlehre im Sinne einer rechtsirrigen Irrtumslehre handelt.
Biografische Anmerkung
Martin Heuser studied law at the University of Bonn on a scholarship granted by the state of North Rhine Westphalia: 1st state examination 2014, 2nd state examination 2020. In the meantime, he worked as a research assistant at the University of Regensburg. In 2019 he earned his doctoral degree at the University of Bonn. In 2026, he qualified as a university lecturer at the University of Hagen (venia legendi: criminal law, criminal procedure law, medical criminal law, history of criminal law, legal philosophy and legal theory). He most recently served as interim professor at the universities of Leipzig, Konstanz and Heidelberg.