Die versteckte dritte Säule der Krankenhausfinanzierung
Die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser in Deutschland ist seit Jahren angespannt. Steigende Kosten, strukturelle Defizite im Finanzierungssystem und eine zunehmende Zahl von Insolvenzverfahren prägen das aktuelle Stimmungsbild der Branche. Auffällig ist dabei, dass öffentlich-rechtlich geführte Krankenhäuser trotz ihres hohen Marktanteils seltener von Insolvenzen betroffen sind als private und freigemeinnützige Häuser. In der öffentlichen und fachlichen Diskussion wird dies häufig auf kommunale finanzielle Unterstützungsleistungen zurückgeführt, deren Umfang bislang kaum systematisch untersucht wurde.
Vor diesem Hintergrund wird in dieser Arbeit die kommunale öffentlichen Beihilfe an öffentlich-rechtliche Krankenhäuser in Deutschland untersucht. Ziel ist es, Umfang und Formen dieser Beihilfen im Zeitraum von 2018 bis 2024 zu erfassen, explorativ Hinweise auf mögliche Zusammenhänge zwischen der Höhe der Beihilfe und der geringeren Insolvenzbetroffenheit öffentlicher Krankenhäuser zu identifizieren und Unterschiede in der Beihilfeverteilung in Abhängigkeit von der Bevölkerungsdichte zu analysieren.
Simon Möbius erlangte 2025 seinen Masterabschluss im Fach Gesundheitsmanagement und -ökonomie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Masterarbeit, die er am Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement verfasste, beschäftigt sich mit der kommunalen Bezuschussung öffentlicher Krankenhäuser. Derzeit arbeitet er bei einer Unternehmensberatung für das Gesundheits- und Sozialwesen.