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Direkte Kontrollen als Mittel der Geldpolitik

ISBN:
978-3-322-98202-5
Auflage:
1966
Verlag:
VS Verlag für Sozialwissenschaften
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
01.01.1966
Reihe:
Fachgruppe Textilforschung, Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
95
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Die Notenbankpolitik ist wieder in Bewegung geraten. Nach Frankreich und Italien versuchen jetzt auch Holland und sogar die »liberale« Schweiz die monetären Ex pansionskräfte, die in den Nachkriegsjahren nur mit leichter Hand gelenkt wurden, schärfer an die Zügel zu nehmen. Nur scheinbar handelt es sich bei den Maßnahmen, die von einer globalen Limitierung des Bankkredites bis zur Kreditzuteilung reichen, um eine Neuorientierung der Notenbankpolitik. Im Grunde genommen aber setzen sie lediglich eine Entwicklung fort, die schon 1913 mit der Einführung von Mindest reserven 1 begonnen und später zur Festsetzung von Rediskontkontingenten und Konsumkreditkontrollen geführt hatte. Die Entwicklung geht in die Richtung einer genaueren Kontrolle der gesamtwirtschaftlichen Liquiditätsverhältnisse, insbeson dere aber der Bankenliquidität. Uneingestanden steht dahinter die Erkenntnis, daß die klassischen marktwirtschaftlichen Mittel der Notenbank, die Diskont- und Offenmarktpolitik, in einer Zeit voll konvertibler Währungen mit festen Wechsel kursen einem gewaltigen Buchgeldvolumen und einer Vielzahl von gewerblichen Finanzierungs- und Kreditinstituten außerhalb des Geschäftsbankensystems nicht mehr die volle Herrschaft über den Geldwert sichern. Die Erprobung neuer Maßnahmen bedeutet dennoch nicht, daß die klassischen Mittel gänzlich unbrauchbar geworden sind und durch neue ersetzt werden müssen; vielmehr haben die neuen Mittel die Aufgabe, das bestehende Instrumentarium sinnvoll zu ergänzen. Es handelt sich also nicht um eine neue Geldpolitik, sondern nur um eine »veränderte« Geldpolitik 2.