Gewalt im Namen der Ehre
ISBN:
978-3-9589063-0-3
Verlag:
Europa Verlage
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
04.10.2024
Format:
Hardcover
Seitenanzahl:
304
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Verbrechen aus „Ehre“: Hintergründe und Strategien zur Prävention
Obwohl sogenannte Ehrenmorde nur einen kleinen Teil der Tötungsdelikte hierzulande ausmachen, erschüttern sie uns besonders, wir sind kaum in der Lage, sie rational und emotional zu verstehen.
Der Gedanke, einen womöglich sogar nahestehenden Menschen zu ermorden, nur um die vermeintliche Familienehre zu erhalten oder wiederherzustellen, macht uns rat- und fassungslos. Tatsächlich sind derart motivierte Taten in archaisch-patriarchalen, von Stammestraditionen bestimmten Gesellschaften am häufigsten zu finden, vor allem im Nahen und Mittleren Osten, in Pakistan und Afghanistan, aber auch in nicht-muslimischen Regionen in Indien, Lateinamerika oder Süditalien. Islamistische Terrororganisationen und die Mafia nutzen diesen Ehrbegriff ebenfalls als Legitimation, um Menschen zu töten, die nicht ihren Normen entsprechen, und Macht auszuüben.
Im Zuge der Migration in dieser Tradition sozialisierter Menschen geschehen solche Taten zunehmend auch in Deutschland bzw. in Europa. Von politisch motivierten Organisationen werden Verbrechen dieser Art rasch aufgriffen, und die Debatte über Migration, Integration, Ausländer, Abschiebung etc. wird weiter angefacht. Schnell kommt es zu einer Polarisierung und zum Teil sogar Radikalisierung. Mögliche Ursachen und Hintergründe werden kaum diskutiert, sie sind politisch nicht von Interesse.
Dass die Morde zu verurteilen und die Täter zu bestrafen sind, bedarf keiner Diskussion. Vielmehr geht es Jan Ilhan Kizilhan in Gewalt im Namen der Ehre um den Versuch, dieses „System“ der „Ehre“, der „Ehrenmorde“, der Blutrache und der terroristischen Gewalt zu erkunden, damit präventives Handeln entsprechend darauf ausgerichtet werden kann mit dem Ziel, dass solche Gewalttaten in Zukunft nicht mehr passieren. Die Androhung von Haft- oder in manchen Ländern sogar der Todesstrafe reicht offenbar nicht aus. Dieses Buch liefert das vertiefte Wissen und Verständnis zu dem Thema, das es braucht, um Gewaltdelikten aufgrund eines übersteigerten Ehrbegriffs konstruktiv entgegenzutreten.
Schlagwörter
Migration
Integration
Gewalt
Mord
Verbrechen
Indien
Lateinamerika
Mafia
Ausländer
Abschiebung
Aggression
Gewaltprävention
Femizid
Tötungsdelikte
Ehrenmord
Zwangsheirat
Gewalt in der Familie
geschlechtsspezifische Gewalt
Versklavung
Blutrache
Beziehungstat
gesellschaftlicher Druck
Familienehre
Islamistische Terrororganisationen
Ehrenmorden
Süditalien
Gewalteskalation
Erklärungsmodelle für „Ehrenmorde“
Opfer und Täter von „Ehrenmorden“
Strukturen patriarchaler Gesellschaften
familiäre Gewaltbereitschaft
Instrumentalisierung des Ehrbegriffs
gewaltbegünstigende Strukturen
ungleiche Machtverhältnisse der Geschlechter
Mord als „Familienangelegenheit“
Dimensionen von „Ehre“
Rechtsvorstellungen zu „Ehrenmorden“
familiäre Gewaltsysteme
Schande
Ehrverlust
kollektiver Ehrbegriff
System der „Ehre“
emotionale Überflutung
familiäre Extremsituationen
archaische Weltanschauungen
Ideologie „unehrenhafter“ Menschen
Ehrbegriff
islamisierte Terrorgruppen
archaisch-patriarchalische Kulturen
Wiederherstellung der Ehre
Verletzung der Ehre
tradierte Normen
archaisch-patriarchale
Stammestraditionen
Nahen und Mittleren Osten
terroristischen Gewalt









