Gewebestörung
Die Beziehung zur Mutter ist brüchig, die Verletzungen sitzen so tief, dass sie sich in den Körper eingeschrieben haben. Um die Last der Vergangenheit nicht an ihre eigenen Kinder weiterzugeben, stellen sich die Geschwister Dorothea und Friedrich von Borries den Lichtgestalten und Schreckgespenstern der Familiengeschichte. Sie treten in einen intensiven Dialog mit ihrer Mutter und recherchieren jüdischen Vorfahr*innen, den Erfindern des Elektronenmikroskops, einem »Rassenhygieniker« und einem »Euthanasie«-Opfer hinterher – und erzählen mitreißend von den Spuren, die diejenigen hinterlassen, die vor uns kamen.
Dorothea von Borries, geboren 1972 in Berlin, wuchs in Wiesbaden auf und studierte nach dem Abitur – parallel zu einer Ausbildung als Bankkauffrau und anschließender Tätigkeit in einer Großbank – an der Frankfurt School of Finance und der Université de Caen Betriebswirtschaft. Einem Gastaufenthalt am College of Fine Arts der University of New South Wales in Sydney folgte die Familiengründung. Mit ihrem Mann und den gemeinsamen sechs Kindern lebt sie in Wien und ist Hausfrau.
Friedrich von Borries, geboren 1974 in Berlin, ist Architekt, Autor und Professor für Designtheorie an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK). Als Wissenschaftler und Gestalter agiert er in den gesellschaftspolitischen Grenzbereichen von Architektur, Design und Kunst. Bei S. FISCHER erschien zuletzt »Stadt der Zukunft – Wege in die Globalopolis« (2019).