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Glaube und Rationalität in der Krise

Symposium zu Ehren von Hans G. Nutzinger
ISBN:
978-3-89518-858-9
Verlag:
Metropolis
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
01.04.2011
Herausgeber:
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
229
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Aus dem Vorwort von Prof. Björn Frank
"Die wissenschaftliche Breite Hans Nutzingers zeigt sich auch in der Lehre, wo praktisch jeder der verbleibenden Kasseler Kollegen sein Nachfolger wurde - der eine übernimmt die Optimierungstheorie, der andere die Theorie öffentlicher Unternehmen, der nächste die Institutionenökonomik, ein anderer die Industrieökonomik und Mikroökonomik, ein weiterer die Makroökonomik und noch einer die Wirtschaftspolitik. Und fast alle von uns diskutieren dabei Probleme, denen Hans Nutzinger auch schon mal eine ganze Lehrveranstaltung gewidmet hatte: „Das Menschenbild in der Ökonomie“ - wir modellieren ja das menschliche Verhalten, und wir glauben, dass die Annahme der Rationalität dabei hilfreich ist: „All models are false, but some are useful“ (Mayer, 1999).

Das zeigt sich auch in den Beiträgen in diesem Band. Zwar wird an keiner Stelle das karikaturenhafte Bild des Homo Oeconomicus als grotesk umfassend informiertem und übernatürlich nüchtern und präzise kalkulierendem Akteur verwendet oder impliziert. Als rational darf aber schon gelten, wer so gut wie möglich versucht, seine Ziele, welche auch immer das sein mögen, zu erreichen (Hey, 1993). Das reicht, um uns den Weg zur übermäßig bequemen Krisenerklärung zu verstellen, nach der Banker und Finanzminister Moronen sind, die vor Gier nicht einmal gerade gucken können und unsere Probleme durch fehlende Moral verursacht hätten. Nein, es waren einigermaßen vorausschauende Akteure, die den Stabilitäts- und Wachstumspakt konstruiert haben, weil die Anreize für die nationalen Regierungen von EU-Staaten, sich übermäßig zu verschulden, erkannt wurden. Aber es hat nicht gereicht; der Mechanismus funktioniert nicht gut genug.