Institutionelles und technologisches Vertrauen in Geldsystemen
Seit Jahrhunderten verlassen wir uns auf staatliche Währungen, deren Stabilität von Notenbanken, Gesetzen und Institutionen getragen wird. Mit dem Aufstieg von Bitcoin tritt diesem etablierten Modell ein grundlegend anderes gegenüber: ein dezentrales System, das sein Vertrauen nicht aus Institutionen, sondern aus Technologie und mathematischer Sicherheit ableitet. Doch lässt sich technisches Vertrauen tatsächlich in gesellschaftliches übersetzen?
Diese Studie untersucht, wie Vertrauen in Geldsysteme entsteht, sich wandelt und begründet wird. Sie stellt das institutionelle Vertrauen in den Schweizer Franken dem technologischen Vertrauen in Bitcoin gegenüber und kombiniert theoretische Grundlagen mit empirischen Daten aus leitfadengestützten Interviews. Befragt wurden zwei Gruppen: Experten aus Wirtschaft, Finanzwesen und Kryptobranche sowie Mitglieder der Schweizer Bevölkerung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich beide Vertrauensformen unterscheiden, voneinander abgrenzen lassen und welche Rolle institutionelle Absicherung, Technologie und Eigenverantwortung dabei spielen. Eine differenzierte Analyse an der Schnittstelle von Soziologie, Ökonomie und Technologie – für alle, die verstehen wollen, worauf unser Vertrauen in Geld wirklich beruht.
Agnieszka Sigel schloss ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Vertiefung in Digital Business Management (Bachelor of Science) ab und erwarb den eidgenössischen Führungsfachausweis. Aktuell ist sie als Administrationsleiterin in einem Schweizer Unternehmen tätig. Zudem absolviert sie den Master of Science in Digital Strategy an der HWZ.
Dr. Frank Liebermann hat an der Charles Stur University in Australien promoviert. An der Universität Konstanz studierte er Informations- und Verwaltungswissenschaften. Mehr als 30 Jahre arbeitete er als Projekt-, Programm- und Portfoliomanager in verschiedenen Grossunternehmen. Aktuell ist er als Studiengangs- und Forschungsleiter an der PHW Bern tätig.