Justitias stumpfes Schwert?
ISBN:
978-3-428-19877-1
Verlag:
Duncker & Humblot
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
12.08.2026
Reihe:
Schriften zum Prozessrecht
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
449
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Darf ein Rechtsstaat ein verwaltungsgerichtliches Urteil einfach aussitzen? Christian Michael Müller beantwortet diese Frage mit einem klaren Nein, zeigt jedoch, dass das bestehende Vollstreckungsrecht diesem Anspruch nicht zuverlässig genügt. Insbesondere bei der Durchsetzung unvertretbarer behördlicher Handlungspflichten, die sich vorrangig nach § 172 VwGO bemisst, bleibt Justitias Schwert in der Praxis allzu oft stumpf. Der Fokus der Arbeit liegt auf der historischen und teleologischen Analyse dieser Vorschrift sowie ihres Zusammenspiels mit der zivilprozessualen Zwangsvollstreckung. Müller gelangt zu dem Ergebnis, dass eine konsequente Auslegung der lex lata im Lichte der verfassungs- und unionsrechtlichen Vorgaben bereits effektive Beugemittel bis hin zur Zwangshaft gegen verantwortliche Amtsträger eröffnet. Darüber hinaus entwickelt er konkrete Vorschläge für eine Neufassung des § 172 VwGO unter Einbeziehung rechtsvergleichender Erkenntnisse aus Frankreich, Spanien und England.
Biografische Anmerkung
Christian Michael Müller studied law in Heidelberg and Paris (Université Panthéon-Sorbonne) from 2012 to 2018. He then completed his legal clerkship at the Heidelberg Regional Court, including placements at a leading global law firm in Frankfurt am Main and at the European Commission in Brussels. While pursuing his doctoral studies, he worked as a research assistant at a Mannheim business law firm and at the Faculty of Law of Heidelberg University. During this time, he also earned an LL.M. from the German University of Administrative Sciences Speyer. In October 2023, Müller was appointed candidate notary in the service of the State of Baden-Württemberg.