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KI-Systeme und Unternehmensinformation

Zum Einsatz algorithmischer Entscheidungssysteme im Kontext des aktienrechtlichen Informationsmodells
ISBN:
978-3-16-200864-0
Verlag:
Mohr Siebeck
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
30.05.2027
Autoren:
Reihe:
Schriften zum Recht der Digitalisierung
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
300
Ladenpreis
92,60 EUR (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
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Clara Beise untersucht algorithmische Entscheidungssysteme („KI-Systeme" oder auch „KI-Agenten") im Kontext des aktienrechtlichen Informationsmodells und bewegt sich damit an der Schnittstelle von Gesellschafts- und Digitalisierungsrecht. Sie fokussiert sich dabei weder auf Haftungsfragen noch widmet sie sich primär der Frage, ob und wie weitreichend Organfunktionen durch KI-Systeme übernommen werden dürfen. Stattdessen wird ein organübergreifendes Informationssorgfaltspflichtenrecht entwickelt und angesichts des unternehmerischen KI-Einsatzes auf seinen Bestand und seine Reichweite überprüft.
Die Verwendung eines funktionalen Informationsbegriffs verdeutlicht, dass Informationen und Entscheidungskompetenzen in der Aktiengesellschaft eng miteinander verknüpft sind. Informationen sind Vorbedingung für Entscheidungsfähigkeit und umgekehrt folgt aus Entscheidungskompetenz eines aktienrechtlichen Akteurs sein Informationsbedürfnis. Mithilfe eines normativ anschlussfähigen KI-Begriffs, der algorithmische Entscheidungssysteme und ihre technischen Grundlagen aufgreift, lässt sich der unternehmerische Einsatz von KI-Systemen im Kontext aktienrechtlicher Grundsätze beleuchten. Der KI-Einsatz muss sich insbesondere am aktienrechtlichen Grundsatz der Eigenverantwortung sowie an zunehmend KI-bezogenen Rechtsakten messen lassen.
Die Autorin setzt fünf Schwerpunkte, die sich allesamt durch einen hohen Informationsbedarf der involvierten Akteure und durch die Bündelung von Entscheidungskompetenzen auszeichnen. Danach wird der aktienrechtliche Einsatz von KI-Systemen im Rahmen der Informationsorganisation, der Arbeitsteilung, der Vorbereitung unternehmerischer Entscheidungen, der Überwachung und schließlich im Rahmen der Aktionärsinformation untersucht.
Es wird deutlich, dass Informationsrechte und -pflichten in der Aktiengesellschaft gemeinsamen Grundsätzen folgen und zu einer aktienrechtlichen Informationssorgfalt verdichtet werden können. Die aktienrechtliche Informationssorgfalt wird infolge des KI-Einsatzes weder uferlos ausgeweitet noch faktisch abgeschafft. Vielmehr erfährt sie vereinzelt eine Neuausrichtung, die auch Erkenntnisse aus dem Diskurs zum Transparenzideal und zur erklärbaren KI aufgreift.

Biografische Anmerkung
Clara Beise (Von (Autor))
Geboren 1996; 2024 LL.M. (NYU School of Law); 2026 Promotion (Marburg); Rechtsreferendariat am Kammergericht Berlin.