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Kolonialkrieg ohne Kolonie? Deutschland in Afghanistan

ISBN:
978-3-9605451-4-9
Auflage:
Originalveröffentlichung
Verlag:
Edition Nautilus GmbH
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
19.10.2026
Autoren:
Reihe:
Nautilus Flugschrift
Format:
Softcover
Ladenpreis
18,50 EUR (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
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Von 2002 bis 2021 war die Bundeswehr im Krieg in Afghanistan. Für ARD und Deutschlandradio hat Marc Thörner den Krieg jahrelang vor Ort beobachtet – teilweise embedded bei verschiedenen NATO-Armeen. Ein Krieg, in dem fast lehrbuchmäßig Strategien eingesetzt wurden, die an das deutsche Kolonialreich erinnern: Zusammenarbeit mit korrupten und mafiösen Kriegsherren; Stammespolitik zugunsten ausgewählter Ethnien; Sprache und (Fehl-)Information als Mittel psychologischer Kriegführung einer Armee, die sich zwar als Schutzmacht versteht, tatsächlich aber Risikoumkehr zu Lasten der Bevölkerung betreibt. Marc Thörner sprach mit dem Vordenker der Taliban, mit Warlords und Bundeswehrkommandeuren, mit Vertretern der afghanischen Zivilgesellschaft, mit Minister*innen, Diplomaten und dem Leiter des Untersuchungsausschusses im Bundestag. Nach dem überstürzten Abzug der westlichen Truppen begab er sich erneut auf eine Spurensuche vor Ort. In seiner Analyse verdeutlicht Thörner, dass das Bild von »Antiterrorkampf« und »Nation Building« heute nicht minder stark geschönt ist als während des Kriegs. Fünf Jahre nach der Niederlage fragt er, ob der Einsatz nicht neu bewertet werden sollte: als einer der letzten großen Kolonialkriege, mit allen Lehren, die sich daraus für aktuelle Konfliktherde der Welt ergeben.
Biografische Anmerkung
Marc Thörner (*1964) ist freier Journalist, überwiegend für ARD-Rundfunkanstalten. Er berichtet aus dem Maghreb, den Golfstaaten, Irak, Pakistan und Afghanistan. Bei Edition Nautilus erschienen u.a. »Afghanistan Code« (2010) und »Rechtspopulismus und Dschihad« (2021). 2009 erhielt Marc Thörner den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus. Er lebt in Hamburg und Marokko.