Kulturelle Aneignung
ISBN:
978-3-9605426-8-1
Auflage:
Originalveröffentlichung
Verlag:
Edition Nautilus GmbH
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
27.09.2021
Reihe:
Nautilus Flugschrift
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
248
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Keine Frage – in Kunst und Kultur und der Entwicklung der Menschheit überhaupt hat es immer Übernahmen und Aneignungen von Techniken, Fertigkeiten, Motiven usw. gegeben. Man lernt ja voneinander. Doch darum geht es hier nicht. Kultureller Austausch ist etwas anderes als kulturelle Aneignung.
Lars Distelhorst schreibt aus der selbstreflektierten Perspektive eines Weißen über einen aktuell so populären wie unzureichend theoretisierten Begriff, der ein bemerkenswertes Affektpotenzial hat: Ob es um Faschingskostüme oder um Dreadlocks geht, um Soulmusik oder Yoga – die Diskussion kocht sehr schnell hoch.
Distelhorst veranschaulicht zunächst anhand der Reaktionen auf die Empfehlung einer Hamburger Kita im Jahr 2019, die Kinder zum Fasching nicht als »Indianer« zu verkleiden, und eines kurzen Abrisses der deutschen Kolonialgeschichte den Zusammenhang zwischen Mikro- und Makroebene von kultureller Aneignung. Er setzt sich mit verschiedenen Definitionen des Begriffs auseinander, vor allem mit dem oft unterstellten Zusammenhang mit essenzialistischen Kulturkonzeptionen, und analysiert drei Dimensionen der Aneignung: kolonialen Kulturraub, ungefragte Repräsentation anderer Kulturen und Konsum von Kultur als Ware.
Schließlich verknüpft Distelhorst kulturelle Aneignung mit einer kapitalismus- und rassismuskritischen Perspektive, um das Konzept für die Kritik von Dominanzverhältnissen fruchtbar zu machen, und lotet aus, was Antirassismus für weiße Menschen bedeuten kann.
Schlagwörter
Rassismus
Diskriminierung
Verantwortung
Identität
Solidarität
Kapitalismuskritik
Fusion
Fridays for Future
Kolonialismus
Antirassismus
Repräsentation
Restitution
Aufarbeitung
Yoga
Privilegien
Kolonialgeschichte
Hegemonie
Alice Hasters
Machtverhältnisse
Judith Butler
Transkulturalität
Marginalisierung
Tupoka Ogette
Reni Eddo-Lodge
Mehrheitsgesellschaft
Allyship
Ally
Fasching
Beutekunst
Dominanzkultur
Humboldt-Forum
Hengameh Yaghoobifarah
Reggae
Benin-Bronzen
Dreadlocks
Soul
Gayatri Spivak
Bénédicte Savoy
Jens Balzer
Essenzialismus
Ibram X. Kendi
Ethik der Appropriation
Kostüme
Albert Memmi
Biografische Anmerkung
Lars Distelhorst, geboren 1972 in Georgsmarienhütte, hat an der Universität Bremen Politikwissenschaft studiert und promovierte an der Freien Universität Berlin über Geschlechterpolitik. Er ist Professor für Sozialwissenschaft an der Fachhochschule Clara Hoffbauer in Potsdam und lebt in Berlin. Zuletzt erschienen von ihm »Kritik des Postfaktischen. Der Kapitalismus und seine Spätfolgen« (Fink 2019) und »Leistung. Das Endstadium der Ideologie« (transcript 2014)









