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Macher und Machenschaften

Ein Familienunternehmen im Nationalsozialismus - Die Siegener Aktiengesellschaft für Eisenkonstruktion, Brückenbau und Verzinkerei (SAG)
ISBN:
978-3-8353-6036-5
Verlag:
Wallstein Verlag
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
28.10.2026
Format:
Hardcover
Seitenanzahl:
187
Ladenpreis
26,80 EUR (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
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Der wirtschaftliche Erfolg der SAG im »Dritten Reich« verdankt sich teils wirtschaftlicher Anpassung, teils ideologisch motiviertem Handeln. Diese wurden durch Machenschaften nach dem Krieg verdeckt. Das für Stahlgerüstbau bekannte Siegener Unternehmen SAG trat 1933 in Folge der Krisen der zwanziger Jahre mit zwei Eigentümerfamilien an. Hans Dresler gewann den Abwehrkampf gegen die vollständige Übernahme durch die Familie Weiß, deren familiäre Beziehungen zu Friedrich Flick er dann aber für Großaufträge der Industrie nutzte. Neben Wellblech, das für die schnelle Reparatur von Bombenschäden höchst relevant war, fertigte die SAG im Zweiten Weltkrieg U-Boot-Vorschiffe. Den vom NS-Regime ausgeübten Druck zur Erhöhung der Fertigungszahlen gab die SAG an die bei ihr eingesetzten Zwangsarbeiter weiter, was unter anderem einen deutlich erhöhten Krankenstand zur Folge hatte. Die Familie Dresler saß in Vorstand und Aufsichtsrat. Mitglieder waren teils früh in die NSDAP eingetreten mit sichtbaren ideologischen Schnittmengen. Werner Niederstein, Neffe Hans Dreslers und zweites Vorstandsmitglied der SAG, wurde nach dem Krieg Präsident der IHK-Siegen. Eine Position, die er protegiert auch beibehielt als seine NSDAP-Mitgliedschaft bekannt wurde. Diese Machenschaften weiteten sich bis hin zu seinem manipulierten Entnazifizierungsverfahren aus. So zeigt sich, wie es der Nachkriegsgesellschaft in Deutschland gelang, Verstrickungen in das NS-System vergessen zu lassen.