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Moore als natürlicher Klimaschutz

Zur rechtlichen Steuerung einer nachhaltigen Flächennutzung
ISBN:
978-3-16-200712-4
Verlag:
Mohr Siebeck
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
31.10.2026
Autoren:
Reihe:
Recht der Nachhaltigen Entwicklung
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
426
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Wie Menschen Moore nutzen, ist eine Zukunftsfrage an der Schnittstelle von Klimaschutz, Biodiversitätserhalt, Klimaanpassung und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Derzeit befinden sich noch über 90 Prozent der deutschen Moorflächen in einem entwässerten Zustand und emittieren so rund sieben Prozent der nationalen Treibhausgase. Damit sich Moorflächen dauerhaft von einer Treibhausgasquelle zurück zu einem natürlichen Kohlenstoffspeicher entwickeln können, ist das deutsche und europäische Umweltrecht unverzichtbar. Wie aber können dessen Instrumente in praktisch relevanten Handlungsfeldern optimal zusammenwirken? Zu dieser Frage fehlt dem rechtswissenschaftlichen Diskurs bislang eine monographische Aufarbeitung. Jakob Rehder schließt diese Forschungslücke. Er legt einen steuerungstheoretischen Ansatz zugrunde und folgt dem dreidimensionalen Nachhaltigkeitsprinzip als Leitkonzept. Ausgehend hiervon entwickelt er transparente Bewertungskriterien und plädiert für einen Instrumentenverbund, der auf großflächige Wiedervernässungen und multifunktionale Bewirtschaftungsmodelle zugeschnitten ist. Seine Untersuchung zeigt, dass der geltende Rechtsrahmen dieser Aufgabe strukturell noch nicht gewachsen ist. Zwei Defizite stechen heraus: die sektorale Blindheit des umweltmedienbezogenen Fachrechts für hybride Landnutzungsformen sowie ein normativ unausgeglichenes Verhältnis zwischen dem Schutz geschädigter Moorökosysteme und deren Wiederherstellung. Vor diesem Hintergrund unterbreitet er differenzierte Reformvorschläge, die von wasserrechtlichen Zulassungs- und Unterhaltungstatbeständen über Förderkonditionen im europäischen Agrarbeihilfenrecht bis hin zur Kodifikation einer naturschutzrechtlichen Selbstkompensation reichen. So leistet die Untersuchung einen Beitrag zur Grundlagendebatte über die Effektivierung des Nachhaltigkeitsprinzips.
Biografische Anmerkung
Geboren 1995; Studium der Rechtswissenschaft an der Bucerius Law School und Stellenbosch University; 2019 Erstes Juristisches Staatsexamen; Rechtsreferendariat am Oberlandesgericht Celle; 2022 Zweites Juristisches Staatsexamen; 2026 Promotion (Heidelberg); Richter in Berlin.