Privatrechtssystem und summarischer Rechtsschutz
ISBN:
978-3-16-200170-2
Verlag:
Mohr Siebeck
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
29.01.2027
Reihe:
Jus Privatum
Format:
Hardcover
Seitenanzahl:
1900
Der summarische Rechtsschutz ist ein Modus der Durchsetzung subjektiver Rechte, der in charakteristischer Weise von den allgemeinen Standards der Rechtsdurchsetzung abweicht. Dieser „verkürzte" Rechtsschutz bildet - beschränkt auf das Privatrecht - den Gegenstand des Buches. Untersucht werden seine ideen- und institutionsgeschichtlichen Wurzeln im römischen und gemeinen Zivilverfahren, seine erkenntnis- und rechtstheoretischen Grundlagen sowie seine Prinzipien und systematischen Ausprägungen im heutigen deutschen Zivilrecht. Behandelt werden insbesondere Urkunden-, Wechsel- und Scheckprozess, einstweiliger Rechtsschutz, materielle Zwischenrechte, Säumnisfolgen und das Mahnverfahren. Die Analyse dieser Erscheinungsformen setzt voraus, auch dasjenige zu bestimmen, wovon die Summarietät abweicht. Eine Theorie des summarischen Rechtsschutzes ist daher nur im Rahmen einer allgemeinen Theorie des Rechtsschutzes möglich. Die dabei aufgeworfenen Fragen betreffen zentrale Grundlagen der Privatrechtsordnung, insbesondere das Verhältnis von materiellem Recht und seiner Durchsetzung sowie den Umgang mit Ungewissheit. Als Grenzfall des Rechtsschutzes macht die Summarietät diese Grundfragen besonders sichtbar und verlangt teilweise eine Neukonstruktion systematischer Fundamente. Die Arbeit erschließt dieses Potential und schafft die Grundlage für eine bruchfreie dogmatische Einordnung summarischer Verfahren sowie für die Weiterentwicklung entsprechender Instrumente.
Biografische Anmerkung
Geboren 1986; 2011 Promotion (Passau); 2025 Habilitation (Passau); Akademischer Oberrat a. Zt. am Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Privatrecht, Zivilverfahrensrecht und Rechtstheorie der Universität Passau.