"Sachkunde" als Beweisquelle im Strafprozess
ISBN:
978-3-428-19821-4
Verlag:
Duncker & Humblot
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
29.04.2026
Reihe:
Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
420
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Ein Erfahrungssatz wird häufig als apodiktischer Vollbeweis behandelt, obwohl die Genese angesichts des epistemologischen Hintergrunds weder bei gerichtlich behaupteter »eigener Sachkunde« noch im Rahmen des Sachverständigenbeweises ausreichend transparent ist. Für die Verteidigung herrscht – wie die Autorin untersucht – eine positionelle Schwäche, da belastende Erfahrungssätze nicht effektiv hinterfragt, begünstigende Erfahrungssätze hingegen nur eingeschränkt in den Strafprozess eingebracht werden können. Die gesetzlichen Informations-, Beweisantrags- und Frage und Ladungsrechte weisen Defizite an dem Gewinnungs- und Verwertungsprozess auf. Es erfolgt u.a. eine rechtsdogmatische Analyse des Anhörungsrechts gem. Nr. 70 Abs. 1 RiStBV, des Rechts zur Selbstladung von Sachverständigen gem. § 245 Abs. 2 StPO sowie der Begründungsdefizite bei der Ablehnung eines Beweisantrags auf Hinzuziehung eines Sachverständigen wegen »eigener Sachkunde« des Tatgerichts gem. § 244 Abs. 4 S. 1 StPO, die mit Änderungsvorschlägen de lege ferenda schließt.
Biografische Anmerkung
Anja Holzer studied law in the Hanseatic city of Bremen, where she also completed her legal clerkship with placements at the public prosecutor's office, the tax court, and a law firm based in Hamburg specializing in criminal commercial law. After working as a research assistant at the University of Hamburg in the Department of European and International Criminal Law, Criminal Procedure Law, and Digitalization Law under RiOLG Prof. Dr. Kai Cornelius, LL.M., she was admitted to the bar in 2025. Since then, she has been working in a regional law firm specializing in tax and criminal tax law.