Selbstbestimmte Identität
ISBN:
978-3-16-200031-6
Verlag:
Mohr Siebeck
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
16.07.2026
Reihe:
Diversität und Gleichheit im Recht
Format:
Hardcover
Seitenanzahl:
349
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Wer sich vor Gericht auf seine Identität beruft, will seinem Anliegen Gewicht verleihen. Doch was bedeutet Identität im Recht? Nils Weinberg untersucht, warum und in welcher Form das Recht dem Einzelnen Identität zuschreibt, und zeigt, dass dieses Argument erst im Antidiskriminierungsrecht systematisch fassbar wird. Dort wird Identität anhand der Kategorien Geschlecht, Religion und Behinderung zugleich als verfügbar und unverfügbar behandelt. Ausgehend von der Rechtsprechung zu personenstandsrechtlichen Geschlechtseinträgen, transgeschlechtlichen Ansprüchen im Sozial- und Krankenversicherungsrecht, religiöser und queerer Identität im Flüchtlingsrecht sowie zum Diskriminierungsverbot wegen Behinderung wird eine innere Spannung sichtbar: Die Kategorien, die das Individuum schützen sollen, begrenzen es zugleich. Diese Dialektik - Identität als Widerspruch - ist die Bedingung dafür, dass das Recht Freiheit gewähren kann. In Anlehnung an Hegels Freiheitsbegriff entwickelt der Autor eine Konzeption rechtlicher Identität als "Form der Freiheit" des liberalen Antidiskriminierungsrechts. Freiheit bedeutet nicht Willkür, sondern Selbstbestimmung im Verhältnis zu Anderen. Damit Freiheit nicht erstarrt und zur Unfreiheit wird, muss das Recht seine Kategorien dynamisieren - ohne sie der Beliebigkeit preiszugeben.
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Biografische Anmerkung
Geboren 1996; 2019 Erste Juristische Prüfung; 2020 LL.M. (LSE); 2025 Promotion (HU Berlin); Rechtsreferendariat am Kammergericht Berlin und assoziierter Forscher an der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin.









