Sex. Macht. Strafe?
Sexualität ist privat – und doch hochpolitisch. Das Strafrecht spielt eine zentrale Rolle dabei, wie unsere Gesellschaft über Sex spricht. Dieses Buch erzählt die Geschichte eines Rechtsgebiets, das sich radikal gewandelt hat – von Verboten zur Wahrung von Moralvorstellungen hin zum Schutz sexueller Selbstbestimmung. Anhand aktueller Debatten macht Elisa Hoven sichtbar, wie sehr das Sexualstrafrecht zum gesellschaftlichen Brennglas wird: für Macht, Geschlecht und den schwierigen Umgang mit Intimität, Gewalt und Konsens. Die Frage, die über alldem steht, ist unbequem: Wie schützen wir sexuelle Selbstbestimmung, ohne sie auf eine juristische Formel zu reduzieren – und ohne die Machtverhältnisse zu ignorieren, die sie so oft aushebeln?
Elisa Hoven ist Professorin für deutsches und ausländisches Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschafts- und Medienstrafrecht. Sie studierte Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin, der Universität Nijmegen sowie der University of Cambridge und war als Gastwissenschaftlerin an den Universitäten Berkeley, Cambridge, Phnom Penh, Harvard, Basel, Los Angeles und Sydney tätig. Ihr Referendariat absolvierte sie in Berlin und am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Für ihre Habilitationsschrift zur Auslandsbestechung erhielt sie den Habilitationspreis der Universität Erlangen-Nürnberg. Ihre Promotion im Bereich des Völkerstrafrechts wurde mit dem Dissertationspreis der FU Berlin ausgezeichnet. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Sexualstrafrecht und der Kriminalpolitik. Seit Juni 2020 ist Elisa Hoven Richterin am Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen. Sie schreibt regelmäßig für DIE ZEIT und für Welt und wird als Expertin in TV-Sendungen eingeladen. Zuletzt erschien von ihr der Roman und SPIEGEL-Bestseller »Feine Risse«.