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Staat unter Strom

Schönburger Gespräche zu Recht und Staat
ISBN:
978-3-16-201031-5
Verlag:
Mohr Siebeck
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
08.09.2026
Autoren:
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
100
Ladenpreis
19,60 EUR (inkl. MwSt. zzgl. Versand)
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Hinweis: Da dieses Werk nicht aus Österreich stammt, ist es wahrscheinlich, dass es nicht die österreichische Rechtslage enthält. Bitte berücksichtigen Sie dies bei ihrem Kauf.

Der moderne Staat ist ein Energie-Staat: Energieversorgung, insbesondere Elektrizität, bildet die technische Grundlage unserer Zivilisation und ist für das Funktionieren von Gesellschaft, Wirtschaft und Staat unerlässlich. Die Gewährleistung einer angemessenen Energieversorgung gilt als zentrale Staatsaufgabe und wird als Teil der Daseinsvorsorge betrachtet, auch wenn der Begriff selbst konturenarm und auslegungsbedürftig ist.
Die Verfassung gibt dem Gesetzgeber einen weiten Gestaltungsspielraum, doch das Unionsrecht regelt die Organisation der Energiesektoren umfassend, um Wettbewerb, Energiewende und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dennoch steht der Staat "unter Strom": er muss die Energiemärkte organisieren, Versorgungssicherheit und Energiewende realisieren, stößt dabei aber auf systemische, rechtliche und politische Hindernisse. Die Systemstabilität der Netzindustrien, die Prädominanz des Unionsrechts, die Unabhängigkeit der Regulierungsbehörde, die bundesstaatliche Kompetenzverteilung und die Immunisierung öffentlicher Unternehmen gegen staatliche Steuerung führen zu einem erheblichen Steuerungsverlust. Nicht zuletzt im neuen österreichischen Elektrizitätswirtschaftsgesetz zeigt sich ein Trend zu mehr Staatsdirigismus, indem allen Elektrizitätsunternehmen gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen und Zielbindungen auferlegt werden. Dennoch ist die Steuerungsmacht des (österreichischen) Staates auf diese Unternehmen begrenzt, da viele Ziele verfolgt werden und verschiedene Akteure mit unterschiedlichen Interessen und Aufgaben agieren. Die konzeptionelle Klarheit des Marktdesigns leidet unter politischen Kompromissen.

Biografische Anmerkung
Stefan Storr (Von (Autor))
Geboren 1968; Studium der Rechtswissenschaft; 1995 Zweites juristisches Staatsexamen; 1994 Promotion (Jena); 2001 Habilitation (Jena); Universitätsprofessor am Institut für Öffentliches Recht und Politikwissenschaft der Universität Graz.