Theorie betrieblicher Co-Produktion
Dieses Buch entwickelt erstmals ein umfassendes produktionstheoretisches Modell der Co-Produktion, also der gemeinsamen Leistungserstellung durch Unternehmen und Kunden. Aufbauend auf der entscheidungsorientierten Produktionstheorie wird ein modularer Modellbaukasten vorgestellt, mit dem sich die Beteiligung mehrerer Akteure explizit erfassen lässt. Unternehmen und Kunden werden als Besitzer und Eigentümer von Objekten sowie als Subjekte der Durchführung, Beurteilung, Bewertung und Entscheidung modelliert. Zudem können die aus der Arbeitsteilung resultierenden Übergabe- und Dispositionsaktivitäten erstmals explizit erfasst werden. Das vorgestellte Instrumentarium ermöglicht es, ein- und mehrstufige Co-Produktionsprozesse auf Mengen-, Erfolgs- und Ergebnisebene algebraisch und graphisch unter Berücksichtigung der Interessen aller beteiligten Akteure abzubilden und zu untersuchen. Darüber hinaus widmet sich das Buch der Frage, wie gemeinsame Effizienzanalysen in multipersonellen Entscheidungssituationen durchgeführt werden können. Hierzu werden verschiedene Perspektiven entwickelt und diskutiert, die kompromissbasierte Entscheidungen über die Gestaltung von Co-Produktionsprozessen ermöglichen. Das Buch erweitert die Produktionstheorie und erschließt die kundenintegrierte Produktion erstmals umfassend aus produktionstheoretischer Sicht. Es richtet sich an Forschende und Praktiker, die die ökonomischen Potenziale gemeinsamer Wertschöpfung systematisch verstehen und nutzen möchten.
Deborah Stuhlinger war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Nachhaltige Produktionswirtschaft und Logistik der TU Ilmenau. Ihr Forschungsschwerpunkt lag im Bereich Co-Produktion/Gemeinsame Wertschöpfungsprozesse/Kundenintegration. Im Anschluss erhielt sie ein einjähriges Stipendium der Thüringer Graduiertenförderung und schloss ihre Dissertation ab.