Tötung statt Trennung?
ISBN:
978-3-428-19863-4
Verlag:
Duncker & Humblot
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
21.10.2026
Reihe:
Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
408
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Zunächst wird abstrakt die Rolle von Emotionen bei der Bewertung als Mord aus sonst niedrigen Beweggründen untersucht. Motive können nur die handlungsleitenden, emotionsauslösenden Wünsche sein, nicht die Emotionen selbst. Eine Beherrschung von Gefühlen und Motiven kann nicht gefordert werden, vielmehr ist dem Täter zuzumuten, sich nicht dadurch zum Handlungsentschluss motivieren zu lassen – dies ist auf Schuldebene als Teil der Steuerungsfähigkeit zu prüfen.
Für die Betrachtung des konkreten Motivs ist der typische, psychische Prozess hin zur Trennungstötung relevant. Das Motiv beinhaltet das Absprechen des Rechts auf freie Selbstbestimmung, Autonomie und eigenen Willen des Opfers, das Absprechen des Existenzrechts ohne Erfüllung der selbstkonzeptstabilisierenden Funktion für den Täter und schließlich die Umsetzung all dessen über die Beherrschungshandlung der Tötung, das Motiv ist damit grundsätzlich niedrig. Bestimmte stereotype Rollenvorstellungen befördern beschriebene Entwicklung.
Biografische Anmerkung
Die Autorin war wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Lehrprofessur für Strafrecht am Institut für Rechtsdidaktik an der Universität Passau. In ihrer Dissertation beschäftigte sie sich mit der strafrechtlichen Bewertung von partnerschaftlichen Trennungstötungen und Emotionen, wobei sie auch psychologische/psychiatrische sowie soziologische Untersuchungen und Werke einbezog. Derzeit befindet sie sich im juristischen Vorbereitungsdienst in Nürnberg.