Vermögen - Zuhause - Familiengedächtnis
ISBN:
978-3-16-200794-0
Verlag:
Mohr Siebeck
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
31.03.2027
Reihe:
Beiträge zum ausländischen und internationalen Privatrecht
Format:
Hardcover
Seitenanzahl:
350
Denise Wiedemann behandelt die individuellen und sozialen Bedeutungen des Wohnens und deren Reflexionen im Erb- und Ehegüterrecht. Sie verknüpft Einsichten der Sozialgeschichte und der Sozialpsychologie zum Bedeutungswandel des Wohnens mit Portraits ausländischer Rechtsentwicklung und kontrastiert sie mit dogmatischen Weichenstellungen des deutschen Rechts. Methodisch zeigt die Autorin, wie außerrechtliches Wissen nicht nur vordergründig in rechtspolitische Folgerungen übersetzt oder von rechtsvergleichenden Beobachtungen flankiert werden kann, sondern zu tiefergehenden Fragen an die rechtsdogmatischen Strukturen und ihre Trieb- oder Beharrungskräfte leitet. Entsprechend liegen auch die Ergebnisse der Arbeit auf mehreren Ebenen. Die stärkere Betonung von individuellen gegenüber kollektiven Wohnerfahrungen in den Rezeptionsprozessen zwischen Sozialpsychologie und rechtspolitischer Umsetzungen hat dazu beigetragen, dass der Wohnung vor allem im deutschen Erbrecht (zunächst) keine besondere Bedeutung beigemessen wurde. In dogmatischer Hinsicht rekonstruiert Denise Wiedemann den Grundsatz der Gleichbehandlung des Vermögens und den Grundsatz der Staatsfreiheit des Erbrechts als Hintergründe einer stärkeren Beharrungskraft des deutschen Erbrechts gegenüber gesellschaftlichen Veränderungen.
Biografische Anmerkung
ist Professorin für Bürgerliches Recht mit Schwerpunkt im Familien- und Erbrecht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Deutschland).