Zielkonflikte in der Geldpolitik
ISBN:
978-3-86376-020-5
Auflage:
Erstauflage
Verlag:
Sievers & Partner
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
23.08.2012
Reihe:
Dissertationsreihe Volkswirtschaftslehre
Format:
Buch
Seitenanzahl:
322
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Zentralbanken besitzen in Volkswirtschaften eine wesentliche Stellung, da sie mit geldpolitischen Entscheidungen Einfluss auf fundamentale volkswirtschaftliche Größen wie Preisniveau, Zinssätze und Wechselkurse nehmen. Aufgrund der herausragenden Stellung der Zentralbanken und der Entwicklungen im Verlauf der Finanzkrise seit 2007 stellt sich die Frage, inwiefern geldpolitische Eingriffe Stabilität schaffen können und das Ausmaß von Krisen vermindern sollten. Die vorliegende Arbeit bietet eine Antwort auf Basis eines makroökonomischen Portfoliomodells, in dem die wechselseitigen Abhängigkeiten von Finanzmärkten und Realwirtschaft berücksichtigt sind. Es werden die Zielkonflikte geldpolitischer Eingriffe anhand von wechselkursstabilisierenden Maßnahmen und expansiver Geldpolitik in Krisenzeiten, wie Staatsanleihenankäufe und Kreditmengenausweitungen, diskutiert. Das Modell zeigt erstmals mikroökonomisch fundiert, dass derartige Zentralbankeingriffe einen langfristigen Einfluss auf die Realwirtschaft besitzen. Sie stabilisieren die inländische Realproduktion, indem sie jedoch ökonomisch angemessene Veränderungen im inländischen Realkapitalbestand auf Kosten des Auslandes verhindern. Daraus resultiert eine ineffiziente internationale Verteilung von Produktionsmitteln, die mit Finanzmarktvolatilität und einer Anhäufung von Risikopositionen in der Zentralbankbilanz einhergeht. Diese Auswirkungen sind im Falle von expansiver Geldpolitik zusätzlich mit Güterpreissteigerungen und Währungsabwertung verbunden. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass wechselkursstabilisierende Maßnahmen und expansive Geldpolitik in Krisenzeiten die Gefahr einer dauerhaft negativen Beeinflussung der Weltwohlfahrt bergen.
Biografische Anmerkung
Der Autor Stefan Schüder, geboren 1981, hat von 2002 bis 2007 an der Georg-August-Universität Göttingen Volkswirtschaftslehre studiert. Im Anschluss arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Göttinger Lehrstuhl für Internationale und Monetäre Ökonomik. In seiner Forschung konzentrierte er sich auf die makroökonomische Analyse geldpolitischer Zentralbankeingriffe und beendete im Juni 2012 erfolgreich seine Promotion an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen.