Zur Strafbarkeit des Anstifters
ISBN:
978-3-946851-97-4
Verlag:
Alma Mater
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
21.09.2026
Reihe:
Saarbrücker Schriften zu Recht und Praxis
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
115
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„Warum soll der Anstifter bestraft werden?“ – Die Frage scheint schlicht, ist aber seit jeher umstritten. Unter dem Stichwort „Strafgrund der Teilnahme“ stehen sich Verursachungstheorien und Schuldteilnahmetheorien gegenüber, ohne dass es einer Ansicht gelungen wäre, die Strafbarkeit des Anstifters und sein tätergleiches Strafmaß widerspruchsfrei zu erklären.
Die Arbeit zeichnet zunächst die Geschichte der Anstiftung vom kanonischen Recht bis ins 19. Jahrhundert nach und stellt den aktuellen Meinungsstand umfassend dar. Sie legt anschließend offen, was unter dem Begriff des „Strafgrundes“ überhaupt verstanden wird, und setzt dem herrschenden Verständnis einen anderen philosophischen Begründungstypus entgegen: die Begründung über den Zweck.
Auf dieser Grundlage wird die Strafbarkeit des Anstifters aus dem Gedanken der Prävention hergeleitet und einer eingehenden verfassungsrechtlichen Verhältnismäßigkeitsprüfung unterzogen – getrennt nach Verhaltensverbot, Sanktionsnorm und konkreter Sanktion des § 26 StGB. Zudem wird erklärt, warum der Anstifter gleich einem Täter bestraft wird.
Abschließend wird die Tragfähigkeit des Ansatzes an ausgewählten Sonderkonstellationen erprobt: dem agent provocateur, der irrtümlichen Selbstschädigung des Anstifters, dem extranen Anstifter sowie Fällen notwendiger Teilnahme (Wucher, Tötung auf Verlangen, Begünstigung).