Algorithmische Kollusion auf hybriden Handelsplattformen
ISBN:
978-3-16-170564-9
Verlag:
Mohr Siebeck
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
15.09.2026
Reihe:
Beiträge zum Kartellrecht
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
501
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Wie bedingen sich wettbewerbsbeschränkende Auswirkungen von hybriden Handelsplattformen und algorithmischer Kollusion gegenseitig? Bietet das klassische EU-Kartellrecht einen hinreichenden Schutz? Svenja Huemer zeigt anhand ihrer Analyse, wie Plattformen in ihrer Doppelrolle als Intermediär und Marktteilnehmer Effizienz schaffen, zugleich aber Informationsasymmetrien und Fehlanreize nutzen können. Sie arbeitet heraus, wie der Algorithmeneinsatz dies noch weiter verstärkt. Im Mittelpunkt stehen zwei Schadensszenarien: die Kombination plattform- und algorithmeninduzierter impliziter Kollusion sowie Market Tipping durch Daten- und Netzwerkeffekte. Die Schutzwirkung des EU-Kartellrechts de lege lata - mit Art. 101 AEUV und den diesen flankierenden Horizontalleitlinien, Vertikal-GVO und Vertikalleitlinien - erachtet die Autorin als unzureichend. Auch die Prüfung von außerhalb des Kartellrechts liegenden Compliance-Ansätzen sowie der neueren EU-Digital- und Datenregulierung ergibt nur einen unwesentlichen Mehrwert. Letztlich wird die Wiederbelebung des New Competition Tool als ausgewogener Ansatz identifiziert, um beiden Schadensszenarien zu begegnen. Die Autorin liefert mit ihrer Untersuchung einen klaren Bezugsrahmen für die Beurteilung von Wettbewerbsbeschränkungen im Kontext von Hybridplattformen und Algorithmeneinsatz. Sie ordnet Risiken ein, legt Schutzlücken offen und zeigt Wege zu einer technologieoffenen, praxisgerechten Modernisierung des EU-Kartellrechts, welche die wirtschaftlichen Erfordernisse unternehmerischen Handelns und den Schutz der Marktgegenseite in einen Ausgleich bringt.
Biografische Anmerkung
Studium in Public & Corporate Management in Friedrichshafen und Wilmington, North Carolina (B.A.); Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Wiesbaden und Québec, Kanada (LL.B.; M.A. in Business); 2017 Erstes Juristisches Staatsexamen; Rechtsreferendariat im Bezirk des Oberlandesgericht Frankfurt a.M.; 2020 Zweites Juristisches Staatsexamen; Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Mainz; 2025 Promotion; Rechtsanwältin in Mannheim.









