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Mehrdimensionale Diskriminierungen

Rechtliche Erfassung von Intersektionalität und Benachteiligungsstrukturen am Beispiel von Art. 3 Abs. 3 GG
ISBN:
978-3-16-170576-2
Verlag:
Mohr Siebeck
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
14.04.2026
Autoren:
Reihe:
Studien und Beiträge zum Öffentlichen Recht
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
314
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Luisa Lehning befasst sich mit der rechtsdogmatischen Verarbeitung des Konzepts der Intersektionalität unter Berücksichtigung von Diskriminierungsstrukturen. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit das kategoriale System des deutschen Verfassungs- und Antidiskriminierungsrechts die Benachteiligung mehrfach marginalisierter Personen adäquat erfassen kann. Nach einer Einführung in die grundlegenden Begriffe erläutert sie die Möglichkeit und Notwendigkeit einer mehrdimensionalen Auslegung von Art. 3 Abs. 3 GG. Im Hinblick auf die rechtliche Erfassbarkeit analysiert sie zunächst postkategoriale Ansätze wie den Anti-Stereotyping Approach und den Vulnerabilitätsbegriff. Sie geht außerdem der Frage nach, inwieweit dogmatische Figuren wie etwa Grundrechtskonkurrenzen und -kumulationen sowie additive Grundrechtseingriffe, die ursprünglich für die Freiheitsgrundrechte entwickelt wurden, übertragen werden können. Ausgangspunkt ist das den Gleichheitsrechten im Grundgesetz und in der Rechtsprechung häufig zugeschriebene „Schattendasein". Es äußert sich darin, dass Freiheitsrechten oft ein Vorrang eingeräumt wird und die gleichheitsrechtliche Dogmatik weniger stark ausgeprägt ist. Dadurch gerät die Benachteiligungsdimension, die insbesondere für Minderheitengruppen relevant ist, in den Hintergrund. Als Ergebnis entwickelt die Autorin ein dogmatisches Raster, mit dem rechtlich bislang zu wenig beachtete mehrdimensionale Ungleichbehandlungen sichtbar gemacht und ihre spezifische Intensität für Angehörige marginalisierter Gruppen bestimmt werden kann.
Biografische Anmerkung
Geboren 1997; Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Leipzig und der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest; 2021 Erste Juristische Prüfung; Wissenschaftliche Mitarbeit am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Rechts- und Verfassungsgeschichte, Rechtsphilosophie der Universität Jena; 2025 Promotion; Rechtsreferendariat am Kammergericht Berlin; Wissenschaftliche Mitarbeit am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Grundlagen des Rechts der Universität Greifswald.