Das Unrechtsbewusstsein im demokratischen Rechtsstaat
ISBN:
978-3-428-19288-5
Verlag:
Duncker & Humblot
Land des Verlags:
Deutschland
Erscheinungsdatum:
28.11.2024
Reihe:
Schriften zum Strafrecht
Format:
Softcover
Seitenanzahl:
220
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Aufgrund der zunehmenden Komplexität der Gesellschaft sowie der Differenzierung von Moral, Sitten und Recht ist es in modernen pluralistischen Gesellschaften schwierig, die Rechtswidrigkeit eines Verhaltens anhand dessen Bedeutung in der alltäglichen Lebenswelt zu erkennen. Unter diesen Umständen sollte das Unrechtsbewusstsein bei der Zurechnung normwidrigen Verhaltens von größerer Bedeutung sein als in der Vergangenheit.
Die Obliegenheit zur Normkenntnis basiert auf der Rechtsbefolgungspflicht, die in einem demokratischen Rechtsstaat nicht nur die Freiheit des Täters umfasst, sondern auch demokratische Verfahren, die das Gleichgewicht zwischen privater und öffentlicher Autonomie gewährleisten.
Da die Einhaltung von Normen die individuelle Anwendung durch den Handelnden erfordert, müssen bei der Beurteilung der Vermeidbarkeit eines Verbotsirrtums die Bestimmtheit, Wirksamkeit und Begründbarkeit der Norm sowie die Fähigkeit des Täters berücksichtigt werden, um ein individuelles Schuldurteil zu fällen.
Biografische Anmerkung
Tsung-Yuan Lee is currently an assistant professor at NTHU in Taiwan. He earned both his LLB and LLM degrees from National Taiwan University, passing the bar exam during his studies. After graduating, he was admitted to the bar and later worked as a research assistant at Academia Sinica. In 2024, Tsung-Yuan Lee received his doctorate from Goethe University Frankfurt/Main, supported by a scholarship from Taiwan's Ministry of Education. His primary research areas include criminal law and criminal law theory, with a focus on criminal responsibility and the conditions for imputation in modern society.